http://haustechnik.blogspot.fr/2009/04/mensch-heizt-raum-menschheitstraum.html

Eine einfache Faustformel besagt, dass ein Mensch 100Watt Wärme (Energie) ausstrahlt? Wie kommt man auf diese Zahl?

Der Mensch muss die Temperatur im Inneren seines Körpers konstant bei 37 Grad Celsius halten. Dabei resultiert aus seinem Stoffwechsel eine ständige Wärmequelle mit einer mittleren Leistung, von starken körperlichen Belastungen abgesehen, von etwa 100 Watt. Diese Wärme muss an die Umgebung abgegeben werden, zumeist als Wärmestrahlung und gegebenfalls als Verdunstungswärme über das Schwitzen. Der letztendliche Wärmeverlust oder Wärmegewinn eines Körpers resultiert aus der Differenz von eigener Abstrahlung und absorbierter Einstrahlung seiner Umgebung. Bei seiner Körpertemperatur von 37° strahlt der Mensch – ausgegangen von einer Körperoberfläche von 2m2- ständig ca. 1050 Watt Wärme ab. Gleichzeitig empfängt er Wärmestrahlung entsprechend der Temperatur ihn umgebenden Luft, z.B. bei einer Lufttemperatur von 29° in Höhe von 950 Watt. Bei dieser Temperatur entspricht die Nettostrahlung also genau der menschlichen Wärmeerzeugnisses. Die Körpertemperatur bleibt so konstant, dies ohne die Notwendigkeit von Wärmeschutz durch Kleidung.


In unserem Klima und bei ausreichender Bekleidung haben wir unser wärmebezogenes Wohlbefinden gewohnheitsmässig auf eine Raumtemperatur von ca. 20 ° eingestellt. Bei dieser Temperatur würden wir unbekleidet netto etwa 200 Watt abstrahlen, also sehr schnell frieren. Durch die Wärmeisolation unserer Kleidung vermindern wir die Abstrahlung an die Umgebung auf die ständig verfügbaren 100 Watt.


Durch diese Theorie, würden also 250‘000 Leute in einem Raum 25 Megawatt erzeugen. Diese Anzahl von Menschen sollen täglich am Stockholmer Bahnhof verkehren. So hat die staatliche schwedische Immobilienverwaltung den Menschen als alternative Energiequelle entdeckt. Die Gesellschaft will mit der Körperwärme der etwa 250.000 Menschen, künftig ein Bürogebäude heizen. Statt die Wärme über Fenster nach draußen zu leiten, soll diese nun über das Belüftungssystem nutzbar gemacht werden. Die Heizkosten des Bürogebäudes, das bis 2010 in Bahnhofsnähe fertig gestellt werden soll, würden so um bis zu 20 Prozent verringert. Das Konzept sieht also vor, mit der Körperwärme der Bahnhofs-Besucher Wasser aufzuwärmen, das dann durch Rohre zu dem geplanten Bürogebäude geleitet wird. Das ist eine alte Technologie, die in einer neuen Weise genutzt wird. Es handelt sich nur um Wasser, Pumpen und Rohre.

Fazit

Ich denke die geringen Investitionskosten (im Vergleich zu den Gesamtkosten des Bahnhofsumbaus in Stockholm) sollten auf jeden Fall eingesetzt werden. Wenn diese neuartige Heizung wirklich 20% der Heizkosten sparen kann, hat es sich auf jeden Fall gelohnt.